Säule 3a: Alles, was du 2026 wissen musst
Säule 3a in der Schweiz: Maximalbetrag 2026, Steuerersparnis, beste Anbieter. Ein kompletter Ratgeber für deine private Vorsorge.
Stell dir vor, du könntest jeden Jahr CHF 1'500–2'000 Steuern sparen – einfach, indem du für deine Pensionierung vorsorgt. Das ist mit der Säule 3a möglich. Und nein, das ist nicht irgendetwas Verstecktes oder nur für Reiche – das ist eine Standardmöglichkeit, die fast jede*r in der Schweiz nutzen kann.
Die gute Nachricht: Säule 3a ist vermutlich die beste finanzielle Entscheidung, die du in deinen 20ern, 30ern oder 40ern treffen kannst. Warum? Weil du dabei drei Fliegen auf einmal schlägst:
- Du sparst direkt Steuern
- Du baust Vermögen für deine Zukunft auf
- Das Geld ist geschützt vor Gläubigern
In diesem Ratgeber lernst du alles, was du über Säule 3a 2026 wissen musst – von den aktuellen Maximalbeträgen über die beste Anlagestrategie bis hin zu den Top-Anbietern. Lass uns anfangen.
Das 3-Säulen-System in 2 Minuten erklärt 📚
Bevor wir tiefer einsteigen: Die Schweizer Altersvorsorge ruht auf drei Säulen. Schnell erklärt:
Säule 1 (AHV/IV): Das ist die staatliche Rente. Sie ist für alle obligatorisch und die Basis-Absicherung. Mit der AHV allein kannst du aber nicht komfortabel leben.
Säule 2 (Pensionskasse): Das ist die berufliche Vorsorge. Wenn du angestellt bist, zahlt dein Arbeitgeber mit ein. Das Geld ist gebunden bis zur Pensionierung.
Säule 3a (private Vorsorge): Das ist deine freiwillige, persönliche Zusatzvorsorge. Du selbst entscheidest, wie viel und wie du investierst.
Säule 3b: Das ist einfach das normale Sparen – ohne Steuerabzüge, aber auch ohne Bindung. Nicht weiter relevant für diesen Ratgeber.
Die meisten Menschen unterschätzen die Säule 3a massiv. Sie ist oft der grösste Hebel, um dein Vermögen zu vergrössern.
Säule 3a: Was ist das genau?
Die Säule 3a ist eine freiwillige Privatvorsorge, die speziell von der Schweizer Regierung gefördert wird – durch Steuerersparnis. Das ist das Besondere daran.
Freiwillig und trotzdem attraktiv
Im Gegensatz zur Säule 1 und 2 bist du bei der Säule 3a nicht gezwungen, dich anzumelden. Aber sobald du das tust, lohnt sich's meistens.
Steuerlich absetzbar – der grosse Vorteil
Das ist der Knackpunkt: Jeder Franken, den du 2026 in deine Säule 3a einzahlst, darfst du von deinem steuerbaren Einkommen abziehen. Das bedeutet konkret: Weniger Einkommen = weniger Steuern.
Ein Beispiel: Du verdienst CHF 80'000 brutto, zahlst CHF 7'056 in deine Säule 3a ein. Dein steuerbares Einkommen wird auf CHF 72'944 reduziert. Und das spart dir je nach Kanton etwa CHF 1'500–2'000 pro Jahr. Das ist eine sofortige Rendite, bevor dein Geld überhaupt am Markt arbeitet!
Gebunden bis Pensionierung – mit Ausnahmen
Das Geld in der Säule 3a ist "gebunden". Das heisst: Du kannst es (in der Regel) nicht einfach so abheben, bevor du pensioniert wirst. Das ist gewollt – es soll dich schützen, damit du das Geld wirklich für später sparst.
Es gibt aber Ausnahmen, auf die gehen wir später ein (Immobilienkauf, Aufnahme einer Selbstständigkeit, etc.).
Maximalbetrag 2026: Wie viel darfst du einzahlen?
Der Maximalbetrag hängt davon ab, ob du eine Pensionskasse hast (angestellt) oder nicht (selbstständig).
Mit Pensionskasse (Angestellte)
Wenn du angestellt bist und bei deinem Arbeitgeber eine Pensionskasse hast, liegt der Maximalbetrag für 2026 bei:
CHF 7'056 pro Jahr
Das ist nicht viel, aber: Jeder Franken, den du hier einzahlst, reduziert dein Einkommen. Bei einem durchschnittlichen Steuersatz von 20–25% sparst du also CHF 1'400–1'750 Steuern.
Ohne Pensionskasse (Selbstständige)
Wenn du selbstständig bist und keine Pensionskasse hast, ist der Maximalbetrag deutlich höher – aber mit einer Bedingung:
Maximum CHF 35'280 oder 20% des Nettoeinkommens – je nachdem, welcher Betrag tiefer ist.
Ein Beispiel: Du verdienst als Freiberuflerin CHF 120'000 netto. 20% davon sind CHF 24'000. Das ist dein Maximum für die Säule 3a.
So viel sparst du bei den Steuern: Ein konkretes Beispiel 💰
Lass uns das mit realen Zahlen durchrechnen. Stell dir vor, du bist 32 Jahre alt, verdienst CHF 80'000 brutto pro Jahr, lebst im Kanton Zürich und bist angestellt.
Szenario 1: Ohne Säule 3a
- Steuerbares Einkommen: CHF 80'000
- Geschätzte Steuern (Bund + Kanton + Gemeinde): etwa CHF 15'200
Szenario 2: Mit Säule 3a (maximale Einzahlung)
- Einzahlung in Säule 3a: CHF 7'056
- Neues steuerbares Einkommen: CHF 72'944
- Geschätzte Steuern: etwa CHF 13'850
Steuereinsparung: CHF 1'350 pro Jahr
Das ist nicht zu verachten. Über 30 Jahre bis zur Pensionierung: CHF 40'500 nur in Steuern gespart – ohne dass wir vom Zinseszins-Effekt gesprochen haben!
(Die genauen Steuern variieren je nach Kanton und Gemeinde, aber dieser Wert liegt im realistischen Bereich.)
3a-Konto vs. 3a-Wertschriften – der wichtigste Entscheid
Das ist eine der wichtigsten Entscheidungen, die du treffen wirst:
3a-Konto: Das Geld liegt sicher auf einem Sparkonto und wirft kleine Zinsen ab (aktuell 0.5–1% pro Jahr).
3a-Wertschriften: Das Geld investierst du in Fonds oder ETFs. Langfristig historisch 5–7% pro Jahr, aber mit Schwankungen (manchmal +15%, manchmal -10%).
Welche Option passt zu dir?
Wertschriften sind fast immer die bessere Wahl – wenn du Zeit hast.
Warum? Ein einfaches Rechenbeispiel:
Du zahlst 30 Jahre lang CHF 7'056 pro Jahr ein.
- 3a-Konto (1% Zinsen): Du hast am Ende etwa CHF 230'000
- 3a-Wertschriften (6% Rendite): Du hast am Ende etwa CHF 450'000
Das ist ein Unterschied von CHF 220'000! Nur wegen der Anlageform.
Die praktische Regel
- Konto: Wenn du in den nächsten 5 Jahren dein Geld brauchst (z.B. für einen Hauskauf). Auch wenn du sehr risikoavers bist.
- Wertschriften: Wenn du noch 10+ Jahre bis zur Pensionierung hast. Auch wenn du jung bist und die nächsten 30–35 Jahre Zeit hast, ist Wertschriften fast ein No-Brainer.
Unser Tipp: Wenn du unter 40 bist, wähle Wertschriften. Die Schwankungen im Markt sind auf lange Sicht kein Problem – sie sind sogar ein Vorteil (du kaufst mehr Anteile, wenn die Preise tief sind).
Die besten 3a-Anbieter 2026
Es gibt Dutzende von Anbietern. Hier sind die Top 3, die für die meisten Menschen sinnvoll sind:
1. VIAC – Die flexible All-in-one-Lösung
- Gebühren: 0.45% pro Jahr (sehr günstig)
- Flexibilität: Du kannst dein Anlage-Portfolio von 0–99% Aktien selbst zusammenstellen
- Benutzerfreundlichkeit: Sehr gute App und klare Struktur
- Best for: Alle, die Kontrolle lieben und eine breite Auswahl wollen
2. finpension – Der Kostenkracher
- Gebühren: Ab 0.28% pro Jahr (noch günstiger als VIAC)
- Auswahl: Verschiedene vordefinierte Portfolios (von konservativ bis aggressiv)
- Benutzerfreundlichkeit: Super einsteigerfreundlich
- Best for: Anfänger, die einfach ein Portfolio wählen und nicht mehr darüber nachdenken wollen
3. frankly (ZKB) – Die solide Bankenlösung
- Gebühren: 0.5–0.7% pro Jahr
- Sicherheit: Hinter dir steht die Zürcher Kantonalbank
- App: Sehr gute Benutzeroberfläche
- Best for: Alle, die das Vertrauen in eine etablierten Bank schätzen und bereit sind, etwas mehr zu zahlen
Unsere Empfehlung: Für die meisten ist finpension oder VIAC die beste Wahl. Die Gebühren sind niedrig, die Plattformen sind modern und die Abläufe sind simpel.
Detaillierte Vergleiche findest du in unserem separaten Artikel.
5 Profi-Tipps für deine Säule 3a 🎯
Tipp 1: Zahle Anfang Jahr ein, nicht Dezember
Zeitpunkt ist alles. Wenn du CHF 7'056 am 1. Januar statt am 31. Dezember einzahlst, arbeitet dein Geld ein Jahr länger. Bei 6% Rendite ist das etwa CHF 420 extra. Im Laufe deines Lebens: CHF 15'000+.
Mach es zur Gewohnheit: Anfang Januar einzahlen, Steuererklärung ausfüllen, fertig.
Tipp 2: Mehrere 3a-Konten eröffnen (und gestaffelt beziehen)
Das ist ein geheimer Pro-Move: Du kannst bei mehreren Anbietern parallel ein 3a-Konto haben. Warum ist das wichtig?
Bei der Pensionierung zahlst du Steuern auf die Auszahlungen. Wenn du alles auf einmal abhebst (z.B. CHF 500'000), springt dein Einkommen massiv und du zahlst hohe Steuern.
Lösung: Eröffne 2–3 Konten. Beziehe sie dann gestaffelt über mehrere Jahre. Das verteilt die Steuerlast und du sparst tausende Franken.
Beispiel: Statt CHF 500'000 auf einmal, beziehe CHF 166'000 über drei Jahre. Dein Steuersatz bleibt deutlich tiefer.
Tipp 3: Nutze den maximalen Betrag, auch wenn's wehtut
Das ist hart, aber wahr: Wenn du die Maximalsumme nicht ausschöpfst, verschenkst du Steuerersparnis.
Es ist nicht sexy, CHF 7'056 pro Jahr zu sparen. Aber der psychologische Fehler ist: Du zahlst dann trotzdem diese Steuern. Das Geld ist weg – nur halt nicht bei dir gespart, sondern beim Finanzamt.
Entscheidung: Lieber CHF 7'056 im Jahr aufopfern und dafür CHF 1'500 Steuern sparen – oder die Steuern zahlen und das Geld ausgeben?
Die Antwort ist klar.
Tipp 4: Wenn du jung bist, nimm Wertschriften – und dann Ruhe bewahren
Das ist der wichtigste Tipp: Wenn du unter 40 bist und Wertschriften gewählt hast, schau nicht jeden Monat auf dein Portfolio.
Es wird Zeiten geben, wo es -20% fällt. Das ist normal. Das ist sogar gut – denn dann kaufst du zu tieferen Preisen nach. Die Geschichte zeigt: Wer langfristig bei Aktien bleibt, gewinnt immer.
Einzahlen, vergessen, geniessendes Leben. Das ist die Formel.
Tipp 5: Plane deinen Bezug strategisch
Wenn du in 15–20 Jahren pensioniert wirst, denk jetzt schon darüber nach, wie du deine 3a auszahlst.
Idealerweise: - Jahr 1: CHF 166'000 aus Konto 1 - Jahr 2: CHF 166'000 aus Konto 2 - Jahr 3: CHF 166'000 aus Konto 3
Das senkt dein steuerbares Einkommen über alle drei Jahre verteilt und du zahlst insgesamt viel weniger Steuern.
Häufig gestellte Fragen zur Säule 3a ❓
Wann genau darf ich Geld in die Säule 3a einzahlen?
Du kannst jederzeit einzahlen – aber nur die Beträge, die in deinem Steuerjahr anfallen, darfst du auch in diesem Jahr abziehen. Für das Steuerjahr 2026 musst du also bis spätestens 31. Dezember 2026 einzahlen, um die Steuererleichterung zu nutzen.
Der beste Zeitpunkt bleibt: 1. Januar des Jahres.
Kann ich vorzeitig auf mein Geld zugreifen?
Ja, aber nur in speziellen Fällen: - Du kaufst deine erste Immobilie (Eigenheim) - Du nimmst eine selbstständige Tätigkeit auf - Du verlässt die Schweiz endgültig - Bei schwerer Behinderung oder Invalidität
Für alles andere: Nein, das Geld bleibt gebunden bis Pensionierung (aktuell ab 60–64 Jahren, je nach Kanton und persönlichem Plan).
Wie viele 3a-Konten kann ich haben?
Theoretisch unbegrenzt. Praktisch macht 2–3 Sinn (wie oben beschrieben, für die gestaffelte Auszahlung). Mehr als 3 wird administrativ lästig.
Was passiert mit meiner Säule 3a, wenn ich sterbe?
Das Geld geht an deine Erben (nach Erbrecht deines Kantons). Es wird nicht sofort besteuert wie andere Einkommen – das ist ein Vorteil.
Es kann aber Teil deines Nachlasses sein und je nach Erbsituation besteuert werden. Deshalb ist es wichtig, deinen Willen oder deine Begünstigten klar festzuhalten.
Lohnt sich eine Säule 3a auch bei tiefem Einkommen?
Ja, absolut. Auch wenn du "nur" CHF 40'000 pro Jahr verdienst, sparst du bei einer Einzahlung von CHF 7'056 etwa CHF 700–1'000 Steuern. Das ist eine 10–15% sofortige Rendite. Das ist kaum zu schlagen.
Plus: Du baust dir eine Altersrente auf, die du später wirklich brauchst.
Dein nächster Schritt
Die Säule 3a ist nicht kompliziert – aber sie braucht einen Anfang. Hier ist, was du heute noch tun kannst:
- Entscheide dich für einen Anbieter – finpension oder VIAC sind safe Choices
- Öffne dein erstes 3a-Konto – dauert 15 Minuten online
- Zahle ein – ab CHF 100, aber idealerweise der maximale Betrag
Und ja, das Geld tut weh im Portemonnaie. Aber dafür sparst du Steuern und baust dir ein Vermögen auf, das du später wirklich brauchst.
Noch Fragen? Fragen kostet nichts – und Investieren auch nicht mehr, wenn du schon einmal angefangen hast.
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