VIAC vs. finpension vs. frankly: Der grosse Säule-3a-Vergleich 2026
Alle drei populären Säule-3a-Anbieter im direkten Vergleich: Gebühren, Features, App-Qualität und wer für wen passt.
Drei Namen, eine Frage: Wo parkst du deine Säule 3a?
Egal ob du gerade deinen ersten Job hast oder schon mittendrin bist – irgendwann stellst du dir diese Frage. Und dann merkst du schnell: Es gibt da draussen nicht eine Super-Lösung, sondern mehrere gute. Die Unterschiede sind aber real.
Ich hab alle drei getestet, schaue mir die aktuellen Gebühren an und erzähle dir, für wen welche Lösung am besten passt.
Kurz & Knapp: Wer sind diese drei?
VIAC – Der etablierte Fintech-Player 🚀
VIAC existiert seit 2017 und war quasi Pionier im Schweizer Säule-3a-Fintech-Space. Die WIR Bank (ja, die mit den WIR-Gutscheinen) steht dahinter. Das gibt dem Ganzen eine solide institutionelle Grundlage.
VIAC ist das, was man "bewährt" nennt – es funktioniert einfach. Die App ist intuitiv, die Gebühren okay, und beim Aktienanteil können sie bis 99% fahren.
finpension – Der Sparfuchs 💰
finpension ist der jüngste der drei und positioniert sich als der günstigste. Gegründet wurde der Service als Offshoring-Lösung, wird aber längst von der Glarner Kantonalbank betrieben. Das heisst: Es ist kein Hobby-Projekt, sondern echte Schweizer Banking-Infrastruktur.
finpension brilliert vor allem durch: Gesamtkostenquote von 0.39% (bei der Standardstrategie), ein grosses ETF-Angebot und maximale Flexibilität beim Aktienanteil. Wer auf Franken schaut, ist hier oft richtig.
frankly – Der neue Premium-Junge 🏦
frankly ist sozusagen die Tochter der Zürcher Kantonalbank (ZKB) – also eine echte Schweizer Grossbank im Rücken. Das ist kein Fintech, das sind echte Banker mit App. frankly startet 2022 und hat super schnell an Volumen gewonnen.
Die Idee: Mit ZKB dahinter kann ich allen zeigen, dass moderne Banking-Technologie und Sicherheitsgefühl zusammengehen.
Die grosse Vergleichstabelle
| Kriterium | VIAC | finpension | frankly |
|---|---|---|---|
| All-in-Fee (min–max) | 0.00%–0.44% | 0.39% (Standard) | 0.44%–0.45% |
| Max. Aktienanteil | 99% | 99% | 95% |
| Anlagestrategien | 18 | ~15 | ~10 |
| ESG/Nachhaltig | Ja (3 Strategien) | Ja (einige) | Ja (verfügbar) |
| App-Quality | Sehr gut | Gut | Sehr gut |
| Mindesteinlage | Keine | Keine | Keine |
| Depotbank | WIR Bank | Glarner Kantonalbank | ZKB |
| Kundenservice | Chat, Email, Telefon | Chat, Email | Chat, Email, Telefon |
| Wechsel zu/von VIAC | Einfach | Einfach | Einfach |
| Besonderheiten | Grosse Strategievielfalt | Günstigste Gesamtkosten | ZKB-Sicherheit, Premium-Feeling |
Hinweis: Gebühren können sich ändern. Diese Werte basieren auf März 2026. Immer selbst checken!
VIAC im Detail: Der zuverlässige Klassiker
Die Gebührenstruktur
VIAC rechnet mit einer All-in-Fee von 0.00% bis 0.44% – je nach Strategie. Das bedeutet: Verwaltungsgebühr + ETF-Kosten sind bereits drin. Keine versteckten Kosten.
- Konservative Strategie: ~0.14%
- Balanced 60/40: ~0.30%
- Aggressive 99% Aktien: ~0.44%
Das ist nicht die günstigste Option, aber auch nicht teuer. Über 30 Jahre und CHF 25'000 Einzahlung spricht man da von ein, zwei Tausend Franken mehr als bei finpension.
Was spricht für VIAC?
- Gute App – Das ist einer der Punkte, wo VIAC wirklich glänzt. Übersichtlich, schnell, und du siehst deine Performance in Echtzeit.
- Grosse Strategievielfalt – 18 unterschiedliche Strategien geben dir wirklich Spielraum. Von "Ich will Ruhe" bis "Gib mir 99% Aktien".
- Etabliert – Seit 2017 am Markt, keine Überraschungen, solide finanziert.
- Bis zu 99% Aktienanteil – Wenn du jung bist, kann das wirklich interessant sein.
- ESG-Strategien – Es gibt dedizierte nachhaltige Portfolios.
Was sind die Schwächen?
- Gebühren – Nicht die Günstigsten. Bei hohem Aktienanteil zahlt man deutlich mehr als bei finpension.
- Weniger "Banking-Gefühl" – Es ist eben ein Fintech. Manche Leute wollen eine echte Bank im Rücken.
- ETF-Auswahl begrenzt – Du kannst nicht selber spezifische ETFs wählen, sondern nur deren Strategien nehmen.
Ideal für wen?
- Alle, die eine sichere, bewährte Lösung wollen, die funktioniert
- Wer eine sehr gute App schätzt
- Leute, die verschiedene Strategien ausprobieren wollen
finpension im Detail: Der Preiskönig
Die Gebührenstruktur
finpension ist hier sehr transparent: 0.39% All-in-Fee für die Standard-Strategie. Das ist die günstigste Option der drei.
Zur Orientierung: - CHF 100'000 Vermögen kostet dich 390 Franken/Jahr - CHF 500'000 kostet 1'950 Franken/Jahr
Das sparte man sich über eine Karriere locker mal CHF 5'000–10'000.
Was spricht für finpension?
- Kostenführer – Punkt. Das ist die gewichtigste Unterscheidung.
- Grosses ETF-Angebot – finpension erlaubt dir, aus mehreren ETFs zu wählen. Das ist flexibler als VIAC.
- 99% Aktienanteil möglich – Wer es braucht, bekommt es.
- Einfache Bedienung – Die App ist nüchtern, aber nicht kompliziert.
- Seriöse Depotbank – Glarner Kantonalbank ist eine echte schweizer Kantonalbank.
Was sind die Schwächen?
- Jüngere Plattform – finpension existiert erst seit ~2015 als Startup. Das ist nicht unbedingt ein Problem, aber manche wollen etablierter.
- App-Erlebnis – Ein bisschen nüchtern. Nicht falsch, nur nicht so elegant wie VIAC oder frankly.
- Strategien-Vorgaben – Du hast weniger vordefinierte Strategien. Du musst selber zusammenstellen.
- Weniger Handholding – finpension ist mehr für Leute, die wissen, was sie wollen.
Ideal für wen?
- Alle, die jede Franke zählen
- Kostenbewusste Anleger, die nicht millimeter-weise auf die App-Qualität achten
- Wer gerne selber entscheidet, welche ETFs er will
frankly im Detail: Der Premium-Banker
Die Gebührenstruktur
frankly kostet 0.44%–0.45% All-in-Fee. Das ist teurer als VIAC in aggressiven Strategien (0.44%) und deutlich teurer als finpension (0.39%).
Das ist der Preis für: - ZKB im Rücken - Premium-App-Erlebnis - Kundenservice von echter Bank-Qualität
Was spricht für frankly?
- ZKB dahinter – Das ist nicht symbolisch gemeint. Hier sitzt wirklich eine Grossbank dahinter, die seit ~150 Jahren existiert. Das gibt vielen Leuten ein echtes Sicherheitsgefühl.
- Sehr gute App – frankly hat eine Premium-App-Qualität. Schöne Visualisierungen, schnelle Performance, modernes Design.
- Echtes Banking-Vertrauen – Wenn du traditionell eine Bank-Beziehung schätzt, ist das was für dich.
- Guter Kundenservice – Weil echte Bank dahinter, kannst du auch anrufen.
- ESG-Strategien verfügbar – Nachhaltige Anlagen sind implementiert.
Was sind die Schwächen?
- Teuer – Mit 0.44%–0.45% zahlst du deutlich mehr als finpension. Über 30 Jahre kann das mal CHF 5'000–15'000 sein.
- Max. 95% Aktienanteil – Nicht 99%. Das ist für junge Anleger etwas einschränkend.
- Weniger Strategien – Nur ~10 vordefinierte Strategien. Das ist okay, aber nicht so vielfältig wie VIAC.
- Neuer Player – frankly gibt es erst seit 2022. Noch nicht so viel History.
Ideal für wen?
- Alle, die auf Schweizer Bankentradition Wert legen
- Leute, die eine Top-App-Erlebnis schätzen und dafür zahlen
- Wer sich lieber direkt mit einer echten Bank austauschen will
Und welche nutze ich selbst? 🤔
Ich bin ehrlich: Ich selbst nutze VIAC.
Nicht weil es die beste ist – sondern weil es für meine Situation passt. Ich bin 38, will noch deutlich in Aktien investieren (bin bei 85%), und die App ist für mich wichtig. Ich schaue gerne auf mein Säule-3a-Konto und sehe, wie's wächst. Das motiviert.
finpension hätte ich auch nehmen können – die CHF 3'000–5'000, die ich über 25 Jahre sparen würde, sind nicht unwichtig. Aber für mich ist die etwas nüchternere App und die kleinere Strategievielfalt ein reales Minus.
frankly reizt mich für eine künftige zweite Säule 3a. Die App ist wirklich schön, und das "ZKB-Gefühl" ist nicht zu unterschätzen. Aber für die erste Säule 3a zahle ich nicht gerne diesen Aufschlag.
Das heisst aber nicht, dass du das gleich siehst. Meine Prioritäten sind nicht deine.
Die Entscheidungshilfe: 3 echte Szenarien
Szenario 1: "Ich will die günstigsten Gebühren" 💰
→ finpension
Wenn Kosteneffizienz deine Top-Priorität ist, ist finpension deine Antwort. Mit 0.39% sparst du systematisch am meisten. Über 30 Jahre und CHF 25'000/Jahr Einzahlung sind das echte Tausende.
Voraussetzung: Du brauchst keine Hand haltende, visuelle App. Du kommst mit "funktional aber nüchtern" klar.
Szenario 2: "Ich will die bewährteste, ganz sichere Lösung" 🛡️
→ VIAC
VIAC hat sich bewährt, die App ist schön, die Strategievielfalt gross, und die Gebühren sind fair. Das ist kein spektakulärer Grund, aber es ist ein solider Grund.
Voraussetzung: Du bist okay damit, nicht absolut die billigste Option zu nehmen.
Szenario 3: "Ich will eine Schweizer Bank im Rücken" 🏦
→ frankly
Wenn dir das ZKB-Gefühl, die Premium-App und echter Kundenservice wichtig sind, zahlst du das gerne. frankly ist ehrlich teuer, aber es ist echte Qualität.
Voraussetzung: Dein Geld ist dir nicht so enge, dass dich die extra 0.05%–0.06% wirklich stört.
Szenario 4: "Ich kann mich nicht entscheiden" 😅
Hier die wichtigste Aussage dieses Artikels:
Alle drei sind wirklich gut. Es gibt keinen "Fehler", wenn du einen der drei wählst. Der einzige echte Fehler ist, gar nicht einzuzahlen.
Die Unterschiede zwischen VIAC, finpension und frankly über 30 Jahre sind vielleicht CHF 10'000–20'000. Die Unterschiede zwischen "Ich zahle ein" und "Ich zahle nicht ein" sind CHF 200'000+.
Nimm einen, fangt an, und in drei Jahren denkst du wahrscheinlich nicht mehr drüber nach.
Häufige Fragen geklärt (FAQ)
1. Kann ich später noch wechseln?
Ja, absolut. Alle drei Anbieter ermöglichen Wechsel ohne Probleme. Du kannst dein Vermögen übertragen, und es gibt keine Strafgebühren. Der Wechsel dauert 2–4 Wochen.
Das bedeutet: Wenn du merkst, dass VIAC nicht für dich passt, kannst du zu finpension wechseln. Kein Drama.
2. Wie sicher ist mein Geld bei diesen Anbietern?
Sehr sicher. Alle drei arbeiten mit echten Schweizer Depotbanken: - VIAC: WIR Bank - finpension: Glarner Kantonalbank - frankly: ZKB
Dein Vermögen ist separat vom Vermögen der Anbieter. Selbst wenn VIAC morgen zusammenbricht, dein Geld ist geschützt. Das regelt das Bankengesetz.
3. Was passiert mit meinem Geld, wenn der Anbieter Konkurs macht?
Das ist eine berechtigte Angst. Aber: Das Geld ist bei der Bank, nicht beim Fintech-Anbieter. Wenn VIAC konkurs macht, behält WIR Bank dein Geld und würde es zurückgeben oder an einen neuen Anbieter übertragen.
Die grösste Gefahr ist eher: Die Depotbank macht Konkurs (bei WIR sehr unwahrscheinlich, bei ZKB absolut nicht möglich). Dann sind die ersten CHF 100'000 pro Person geschützt (durch die Schweizer Einlagensicherung).
4. Kann ich mehrere Säule 3a gleichzeitig haben?
Ja, aber mit Limits. Du darfst insgesamt max. CHF 7'056 pro Jahr (2026) einzahlen. Du kannst das auf mehrere Anbieter aufteilen (z.B. CHF 3'528 zu VIAC, CHF 3'528 zu finpension).
Warum würde man das tun? Diversifikation? Eigentlich nicht nötig. Meistens tut man das, wenn man verschiedene Anbieter testen will.
5. Welche Strategie soll ich wählen?
Das ist die Gretchenfrage, und die Antwort ist individuell. Aber hier ist die grobe Faustregel:
- Under 35: 85–99% Aktien. Du hast Zeit, um Schwankungen auszusitzen.
- 35–50: 70–85% Aktien. Etwas konservativer, aber noch sehr aktienorientiert.
- 50+: 50–70% Aktien. Weniger Zeit, weniger Risiko ist sinnvoll.
- Generell: Wähle eine Strategie und schau nicht jeden Tag drauf. Das ist ein 30-Jahre-Spiel, nicht ein 30-Tage-Spiel.
Fazit: Einfach anfangen 🚀
VIAC vs. finpension vs. frankly? Das ist eine echte Frage. Aber es ist nicht die echte Frage.
Die echte Frage ist: Fängst du an, deine Säule 3a zu sparen, ja oder nein?
Alle drei Anbieter sind solide. Alle drei erlauben dir, steuergünstigt fürs Alter zu sparen. Und alle drei werden dir über 30 Jahre deutlich mehr Sicherheit geben als gar nichts zu machen.
Wenn ich dir nur einen Satz mitgeben könnte, dann dieser:
Der beste Anbieter ist der, bei dem du anfängst.
Wähle einen, eröffne ein Konto, zahle ein, und mach dich nicht verrückt. In einem Jahr wirst du merken: Es war gar nicht so kompliziert.