ETF-Broker Vergleich Schweiz: Saxo, Swissquote oder IBKR?
Welcher Broker passt für ETF-Anleger in der Schweiz? Saxo Bank, Swissquote und Interactive Brokers im direkten Kosten-Vergleich – mit echten Zahlen und klarer Empfehlung.
Du hast dich entschieden, regelmässig in ETFs zu investieren – jetzt fehlt noch eins: ein Broker. Und dieser Entscheid ist wichtiger, als er klingt. Die Kostendifferenz zwischen einem teuren und einem günstigen Broker macht bei CHF 500 pro Monat über 10 Jahre locker CHF 3'000–5'000 aus. Geld, das du lieber im Depot hättest als in Gebühren.
In diesem Beitrag vergleiche ich die drei beliebtesten Optionen für Schweizer ETF-Anleger: Saxo Bank, Swissquote und Interactive Brokers (IBKR). Mit echten Zahlen, nicht mit Marketing-Versprechen.
Diese Kosten musst du kennen
Bevor wir die Broker vergleichen, kurz die wichtigsten Kostenarten. Wer nur auf die TER des ETFs schaut, sieht nur einen kleinen Teil des Bildes. Die folgenden Gebühren kommen on top – und werden oft unterschätzt:
- Handelsgebühren: Was du pro ETF-Kauf und -Verkauf zahlst. Einmalig, aber bei regelmässigen Sparplänen summiert sich das schnell.
- Depotgebühren: Die jährliche Grundgebühr für das Konto – manchmal fix, manchmal depotgrössenabhängig.
- Stempelsteuer: Eine Schweizer Eigenheit. 0.075% auf Schweizer ETFs, 0.15% auf ausländische ETFs – bei jedem Kauf und Verkauf, nicht jährlich.
- Währungsgebühr (FX): Wenn dein ETF in USD oder EUR notiert, tauscht der Broker deine CHF um – und nimmt eine Gebühr. Hier liegen grosse Unterschiede zwischen den Anbietern.
- Steuerauszug: Das Dokument fürs Steueramt. Kostenlos bei manchen Brokern, bis CHF 91 pro Jahr bei anderen.
Die TER des ETFs selbst (bei Welt-ETFs ab ca. 0.07% p.a.) hat nichts mit dem Broker zu tun – die zahlst du bei jedem Anbieter gleich.
Saxo Bank – der Favorit für Sparplan-Anleger
Saxo Bank hat sich in den letzten Jahren zum klaren Favoriten für Schweizer ETF-Einsteiger und Sparplan-Anleger entwickelt. Die Kombination stimmt:
- Handelsgebühren: CHF 3 Mindestgebühr, 0.08% des Ordervolumens (bei Schweizer und europäischen ETFs). Bei einem CHF 500-Kauf also CHF 3 – das sind 0.6%.
- AutoInvest: ETFs aus der AutoInvest-Liste kaufst du mit 0% Handelsgebühr – automatisiert, nach Plan, ohne Mindestbetrag. Das ist der günstigste ETF-Sparplan in der Schweiz.
- Depotgebühren: Keine – seit 2025 vollständig abgeschafft.
- Steuerauszug: Kostenlos, mit Direktimport in die kantonale Steuersoftware. Du exportierst eine Datei und lädst sie in dein Steuerprogramm hoch – fertig.
- Regulierung: Saxo Bank Switzerland AG, reguliert durch die FINMA, Einlagensicherung bis CHF 100'000.
Der AutoInvest-Vorteil ist nicht zu unterschätzen: Du legst einmal fest, welche ETFs du kaufen willst und zu welchem Rhythmus – Saxo kauft automatisch zum festgelegten Termin. Kein manueller Aufwand, keine Ordergebühren, kein Vergessen. Das ist konsequentes Sparen ohne Willenskraft.
Wer ein Konto eröffnen möchte: Saxo Bank – hier geht's zur Kontoeröffnung.
Swissquote – die Schweizer Bank mit Vertrauensvorschuss
Swissquote ist die bekannteste Schweizer Online-Bank für Wertschriften. Viele Anleger wählen sie, weil sie ein vertrautes Schweizer Institut ist – und tatsächlich ist die Sicherheit top. Die Kosten sind es weniger.
- Handelsgebühren: CHF 9 Mindestgebühr bis CHF 1'000 Ordervolumen, danach gestaffelt bis CHF 90 pro Trade. Bei regelmässigen kleinen Käufen ein echter Nachteil.
- Depotgebühren: CHF 20–50 pro Quartal je nach Depotgrösse – also CHF 80–200 pro Jahr.
- Währungsgebühr: 0.95%. Das ist happig. Bei CHF 10'000 in einem USD-ETF fallen allein CHF 95 für den Währungstausch an.
- Steuerauszug: CHF 91 pro Jahr für den «Steuer-Export» – weder kostenlos noch direkt in Schweizer Steuersoftware integrierbar.
- Regulierung: Schweizer Bank, FINMA-reguliert, Banklizenz. Einlagensicherung bis CHF 100'000.
Swissquote ist eine solide Wahl, wenn du schon ein Konto hast, selten handelst (z. B. 2–3 grössere Käufe pro Jahr) und dir ein Schweizer Anbieter psychologisch wichtig ist. Als Instrument für monatliche ETF-Sparpläne schneidet Swissquote strukturell schlechter ab als Saxo oder IBKR.
Interactive Brokers – der internationale Profi-Broker
Interactive Brokers (IBKR) ist der grösste Broker weltweit – und bei erfahreneren Anlegern sehr beliebt. Zwei strukturelle Vorteile machen ihn interessant: Die FX-Gebühren sind minimal, und die Stempelsteuer entfällt.
- Handelsgebühren: Ab ca. USD 1.25 bei US-ETFs, EUR 1.25 bei europäischen ETFs. Sehr günstig bei grösseren Beträgen.
- Depotgebühren: Keine – seit IBKR das alte «Inactivity Fee»-Modell abgeschafft hat.
- Währungsgebühr: 0.002% – das ist rund 475-mal günstiger als Swissquote. Bei CHF 10'000 kostet der Währungstausch CHF 0.20 statt CHF 95.
- Stempelsteuer: Schweizer Kunden werden über IB UK (London) abgewickelt – kein Schweizer Effektenhändler, also keine Schweizer Stempelsteuer. Das spart 0.15% bei jedem Kauf und Verkauf.
- Steuerauszug: Kein nativer Schweizer Steuerauszug. Du bekommst internationale Berichte – die Aufbereitung für das Schweizer Steueramt machst du selbst oder mit einem Drittanbieter.
- Komplexität: Die Plattform ist auf Profis ausgerichtet. Für Einsteiger ist die Lernkurve steil – die Oberfläche ist nicht besonders nutzerfreundlich.
Der Stempelsteuer-Wegfall klingt verlockend: Bei CHF 100'000 Depotvolumen und einem Rebalancing pro Jahr sparst du CHF 150–300. Ob das den höheren Administrationsaufwand und die komplexere Plattform rechtfertigt, ist eine persönliche Abwägung.
Der direkte Vergleich in Zahlen
Szenario: Du investierst monatlich CHF 500 in einen globalen ETF (z. B. Vanguard FTSE All-World UCITS ETF, USD-notiert an einer europäischen Börse). Pro Jahr also CHF 6'000, aufgeteilt auf 12 Käufe.
| Kostenpunkt | Saxo (AutoInvest) | Swissquote | IBKR |
|---|---|---|---|
| Handelsgebühren (12 × CHF 500) | CHF 0 | CHF 108 (12 × CHF 9) | ca. CHF 15 |
| Depotgebühr (Jahr) | CHF 0 | CHF 80–200 | CHF 0 |
| FX-Gebühr (CHF → EUR/USD, ca.) | ca. CHF 48 (0.8%) | ca. CHF 57 (0.95%) | ca. CHF 0.12 (0.002%) |
| Stempelsteuer (CHF 6'000 × 0.15%) | CHF 9 | CHF 9 | CHF 0 |
| Steuerauszug | CHF 0 | CHF 91 | CHF 0 (selbst aufbereiten) |
| Total/Jahr (ca.) | CHF 57 | CHF 265–377 | CHF 15 |
Hinweis: Saxo FX-Gebühr je nach ETF und Handelsplatz ca. 0.6–0.8%; IBKR-Handelsgebühr bei EUR-notierten ETFs approximiert; Swissquote Standard-Depot CHF 80/Jahr.
Bei Saxo AutoInvest sparst du gegenüber Swissquote rund CHF 200–320 pro Jahr. Klingt nicht dramatisch – aber über 20 Jahre, angelegt und mitverzinst im Depot, macht das einen spürbaren Unterschied. Und IBKR schlägt beide beim reinen Kostenvergleich, wenn du bereit bist, den administrativen Mehraufwand in Kauf zu nehmen.
Wer sollte was wählen?
Saxo Bank ist die beste Wahl für die meisten Schweizer ETF-Anleger: einfache Oberfläche, kostenloser Steuerauszug, AutoInvest für 0% Gebühren, keine Depotgebühr, FINMA-reguliert. Ideal wenn du monatlich automatisiert sparen willst ohne administrativen Aufwand.
Swissquote macht Sinn, wenn du bereits ein Konto hast, sehr selten handelst – also nur 2–3 grössere Beträge pro Jahr kaufst – oder wenn dir eine Schweizer Vollbank mit Banklizenz psychologisch wichtiger ist als niedrige Kosten. Der Vertrauensvorschuss hat seinen Preis.
IBKR ist attraktiv für Anleger mit höherem Depotvolumen (ab ca. CHF 50'000), die aktiv rebalancen, viel in USD-denominierten ETFs anlegen und keine Scheu vor einer komplexeren Plattform haben. Die minimalen FX-Kosten und der Wegfall der Stempelsteuer sind echte Vorteile – bei entsprechendem Volumen.
Praxistipp: Saxo AutoInvest einrichten
Wenn du mit Saxo startest, richte den AutoInvest von Anfang an ein. Du wählst einen oder mehrere ETFs aus der AutoInvest-Liste – z. B. den Vanguard FTSE All-World UCITS ETF oder einen MSCI World ETF – legst den monatlichen Betrag und den Ausführungstag fest. Saxo kauft dann automatisch, du musst nichts tun.
Kombiniere das mit einem Dauerauftrag von deinem Hauptkonto auf das Saxo-Depot: Geld fliesst automatisch, der ETF wird automatisch gekauft. Set it and forget it – so funktioniert langfristiger Vermögensaufbau ohne Willenskraft und ohne Vergessen.
Zur Kontoeröffnung: Saxo Bank – Konto kostenlos eröffnen. Das geht online in wenigen Minuten; du brauchst die ID und kannst direkt loslegen.
Fazit – Broker entscheidet mit über deine Rendite
Der Broker ist keine Nebensächlichkeit. Wer über 20 Jahre monatlich CHF 500 spart und dabei CHF 250 pro Jahr zu viel zahlt, verliert nicht nur CHF 5'000 in Gebühren – er verliert auch den Zinseszins auf diese Summe. Das macht sich langfristig bemerkbar.
Für die meisten Schweizer ETF-Anleger, die monatlich und automatisiert sparen wollen, ist Saxo Bank mit AutoInvest heute die stärkste Kombination: günstig, einfach, FINMA-reguliert, kostenloser Steuerauszug.
Dein nächster Schritt: Eröffne ein Saxo-Konto, richte den AutoInvest mit deinem Wunsch-ETF ein und verbinde es mit einem Dauerauftrag. Die Einrichtung dauert weniger als eine Stunde – und läuft danach von selbst.
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